Biochemie & Biotechnologie

1. Warum wollen Sie mit Schülern reden?
Schüler zu sein war für mich (neben Student zu sein) die schönste Zeit meines Lebens: man saugt alles, was interessant ist, förmlich in sich hinein und diskutiert es dann auch mit aller Leidenschaft! Darum freue mich auf Gespräche mit Schülern, weil ich weiß, dass ich einerseits gehört werde und andererseits auch eine richtig saftige Diskussion geliefert bekomme!
2. Warum sind Sie Wissenschaftler geworden.
In der Schule war ich nie gut in Mathematik und Physik, in Englisch so lala und sehr gut in Biologie, Chemie und Geschichte und Politik. Die molekularen Vorgänge, die Leben (einer Zelle) zugrunde liegen, haben mich in meiner Abiturphase besonders fasziniert, darum habe ich beschlossen, Biologie und Chemie und dann Biochemie zu studieren. Die Faszination hat mich nie losgelassen. Allerdings ist noch etwas hinzugekommen: Wie nutzen Viren molekulare Prozesse in der Zelle für ihre eigenen Zwecke und wie kann man sie daran hindern? So wurde ich ein „molekularer“ Virologe und habe 2017 neben der Uni noch ein Startup gegründet, das neue Impfstoffe gegen Viren entwickelt.
3. Wofür brauchen wir Wissenschaft?
Zum Einen, um die Funktionsweise jedweder Art von Natur und Mensch-bedingten Prozessen auf unserem Planeten und darüber hinaus in unserem Universum zu verstehen: Ganz grundsätzlich, denn nur so verstehen wir auch wer oder was wir sind!
Zum anderen, um dieses grundsätzliche Wissen in vielfältigster Weise zu nutzen, nicht zuletzt um das Leben auf diesem Planeten zu erhalten!
4. Wofür interessieren Sie sich außer für Wissenschaft?
Für Musik, Kunst und Politik. Zur Entspannung spiele ich Gitarre und treibe so oft es geht Sport.
5. Wenn Sie Bundeskanzler wären, was würden Sie tun?
Ganz massiv propagieren, dass neben Familie und Freunden, gesunder Ernährung und Fitness, Bildung das Wichtigste im Leben eines Menschen und für unsere Gesellschaft ist. Bildung macht vor allem frei – frei im Kopf und frei von der Herde, in der alle mittraben, die es nicht besser wissen. Weil es so ungemein wichtig ist, muss unser Schul- und Unisystem den Auftrag Bildung zu vermitteln, viel enthusiastischer und weniger verstaubt und bürokratisch vermitteln, als es im Moment leider der Fall ist. Hier sollten wir uns ein Beispiel an anderen Ländern, z.B. in Skandinavien, nehmen, wo es besser funktioniert!
6. Welchen Rat würden Sie Schülern für die Berufswahl geben?
Einerseits unbedingt den eigenen Interessen folgen. Recherche nach Informationen zu verschiedenen Berufen sollte aber so breit wie möglich erfolgen. Dabei aber auch danach schauen, ob es nach einer Ausbildung oder einem Studium dann zukunftsfähige Arbeitsmöglichkeiten gibt. Arbeit muss Freude machen, aber man muss davon auch leben können!
