PD Dr. Walter Bartl

Soziologie


1. Warum möchten Sie mit Schülern reden?

Mich würde interessieren, welche Themen sie wichtig finden und wie sie ihre Umwelt wahrnehmen.

2. Warum sind Sie Wissenschaftler geworden?

Ich habe zunächst eine Lehre als Bankkaufmann gemacht und dabei gemerkt, dass der Verkauf von Finanzprodukten mich nicht erfüllt. Dann habe ich Soziologie studiert, weil ich die Zusammenhänge, in die wir Menschen verstrickt sind, besser verstehen wollte. Meine Diplomarbeit habe ich über ein Projekt der Entwicklungszusammenarbeit in Ecuador geschrieben. Das Projekt zielte darauf ab, die regionale Wirtschaft im Süden des Landes anzukurbeln. Dieses Anliegen erschien mir sinnvoll, da viele Menschen dort bessere Lebensbedingungen anstreben. Dabei habe ich allerdings auch gemerkt, wie kompliziert solche Projekte sind. Gleichzeitig hat mir die wissenschaftliche Arbeit so viel Spaß gemacht, dass ich gerne in dieser Richtung weitermachen wollte. 

3. Wofür brauchen wir Wissenschaft?

Wissenschaft hilft uns, Zusammenhänge in der Welt zu verstehen und unsere Zukunft zu gestalten. Sie liefert die Grundlagen für gute Politik, auch wenn sich Politikerinnen und Politiker nicht immer für das verfügbare Wissen interessieren. Bürgerinnen und Bürger können Wissenschaft dann auch nutzen, um schlechte Politik zu kritisieren.

4. Wofür interessieren Sie sich außer für Wissenschaft?

Laufen, Klettern, Radfahren, Musik, Theater, gutes Essen.

5. Wenn Sie Bundeskanzler wären, was würden Sie tun?

Ich würde dafür sorgen, dass die Verwaltung in Deutschland digitalisiert und nutzerfreundlich wird. Dafür gibt es bereits gute Beispiele, etwa die elektronische Anmeldung einer neuen Wohnung. Aber in vielen Bereichen muss man immer noch schwer verständliche Formulare ausfüllen und umständliche Abläufe durchlaufen. Dabei sieht man im Ausland, dass sich vieles deutlich besser organisieren lässt. 

6. Welchen Rat würden Sie Schülern für die Berufswahl geben?

Ich würde empfehlen, die Ferien so oft wie möglich für Praktika zu nutzen, um konkrete Vorstellungen von bestimmten Tätigkeiten zu bekommen. Außerdem würde ich empfehlen, bei der Entscheidung für einen Beruf den eigenen Neigungen und dem eigenen Bauchgefühl zu folgen. Schließlich sollte man Freude an der eigenen Arbeit haben. Es ist auch kein Beinbruch, wenn man unterwegs merkt, dass man einmal falsch abgebogen ist.