Dr. Anja Knöchelmann

Medizinische Soziologie


1. Warum möchten Sie mit Schülern reden?

Im Moment rede ich hauptsächlich mit Medizinstudierenden, die ich unterrichte. Da habe ich schon gemerkt, wie viele tolle neue Perspektiven ich dadurch bekomme. Ich finde das unglaublich bereichernd und lerne immer wieder etwas dazu.

Ich habe in Gesprächen mit Freunden und Familie aber auch gemerkt, dass viele eigentlich gar nicht wissen, was wir in der Wissenschaft eigentlich machen und wie das funktioniert. Das möchte ich gern ändern und ich finde, man kann nicht früh genug damit beginnen.

2. Warum sind Sie Wissenschaftlerin geworden?

Ich habe im Studium gemerkt, dass Wissenschaft sehr spannend ist. Es hat unendlich viele Facetten und ich fordere mich gern heraus, was man in der Wissenschaft sehr oft macht.
Wenn ich mit anderen darüber spreche, was ich an meiner Arbeit mag, ist meine Antwort immer: „Ich werde dafür bezahlt neugierig zu sein.“. Dabei schaue ich mir vor allem Themen an, die ich für unsere Gesellschaft und jeden Einzelnen wichtig sind – warum gibt es einen so großen Unterschied bei der Gesundheit zwischen armen und reichen Menschen.

3. Wofür brauchen wir Wissenschaft?

Wie der Name schon sagt: Wissenschaft schafft Wissen. Ohne Wissen können wir nicht zu fundierten Entscheidungen kommen. Die Wissenschaft ist auch dazu da, Vorhandenes zu hinterfragen und zu schauen, ob das alles noch so stimmt.

4. Wofür interessieren Sie sich außer für Wissenschaft?

Das ist vermutlich eher langweilig. Musik allgemein, Konzerte und Festivals, Filme und Serien, Lesen, Klettern, Nähen.

5. Wenn Sie Bundeskanzlerin wären, was würden Sie tun?

Ich würde gemeinsam mit anderen daran arbeiten, die Welt gerechter zu machen. Dabei würde ich sowohl die Meinung von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen einbeziehen, als auch die von den Menschen, die es tatsächlich betrifft.
Wenn ich bei „Wünsch dir was“ wäre: Reiche Menschen mehr besteuern, gleiche Bildungschancen für alle; öffentlichen Nahverkehr ausbauen, damit alle am Leben teilhaben können.

6. Welchen Rat würden Sie Schülern für die Berufswahl geben?

Orientiert euch nicht an der Ausbildung, überlegt euch, ob der Beruf an sich was für euch ist. Und: nichts ist für ewig. Wenn es nicht gefällt, hat man trotzdem etwas gelernt, auf dem man aufbauen und sich weiterentwickeln kann.