Dr. Kim Linoh

Rechtswissenschaft


1. Warum möchten Sie mit Schülern reden?

Ich möchte gerade Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit geben, auf Augenhöhe und ganz praktisch zu erfahren, was Wissenschaft ist, was sie uns bringt und wie sie funktioniert.

Dabei interessiert mich natürlich auch, was Schülerinnen und Schüler aktuell bewegt und antreibt, woran sie zweifeln oder was sie gut finden. Ich möchte auch vermitteln, wie die Geistes- und Sozialwissenschaften arbeiten (und warum auch diese echte Wissenschaft machen). Schließlich möchte ich junge Menschen zum kritischen und wissenschaftlichen Denken anregen; denn das hilft auch außerhalb der Wissenschaft – und zwar ganz egal, welchen Beruf man einmal ergreift.

2. Warum sind Sie Wissenschaftler geworden?

Zur Wissenschaft bin ich – mehr zufällig als geplant – durch meinen akademischen Lehrer gekommen, an dessen Lehrstuhl ich im Studium gearbeitet habe. Er hat mir gezeigt, was wissenschaftliche Arbeit bedeutet, wie viel Freude sie bringen kann, und hat mich immer ermutigt, meinen eigenen Weg zu gehen. Als Wissenschaftler möchte ich verstehen und hinterfragen, um dazu beizutragen, dass das Recht für alle ein Stück besser wird. Das geht nur Schritt für Schritt, und dabei motiviert mich, dass ich ganz konkret durch meine Forschung und auch die Ausbildung von künftigen Juristen daran mithelfen kann. 

3. Wofür brauchen wir Wissenschaft?

Wissenschaft hilft uns, die Welt besser zu verstehen, sei es auf einer großen oder kleinen Ebene. Nur durch wissenschaftliche Erkenntnis können wir neue Technologien oder Elemente für ein besseres Miteinander finden. Dazu müssen wir streiten, diskutieren und experimentieren – aber das lohnt sich. Denn nur mit diesem Fortschritt können alle Teile der Gesellschaft wachsen, nicht von jetzt auf gleich, aber stetig. Wissenschaft kann uns davor bewahren, Fehler zu wiederholen, Chancen zu verpassen oder einseitig zu denken.

4. Wofür interessieren Sie sich außer für Wissenschaft?

Wenn neben der Zeit mit meinen Kindern noch Raum ist, freue ich mich immer über eine gute Serie oder ein gutes Buch. Sonst koche ich gerne, gehe ab und an schwimmen und bin ehrenamtlich in einer Hilfsorganisation – vor allem in der Jugendarbeit – aktiv.

5. Wenn Sie Bundeskanzler wären, was würden Sie tun?

Vor allem wohl zwei Dinge: zuhören und unbequem sein. Ich würde vieles hinterfragen und versuchen, wissenschaftlich fundierte Entscheidungen zu treffen, die das Beste für unsere Zukunft sind, auch wenn das heißt, unbequem zu sein oder gute Ideen von anderen umzusetzen. Die drängenden Probleme unserer Zeit lassen sich nur gemeinsam lösen – nicht, wenn jeder seinen Willen durchdrückt. Wichtig wäre mir auch wieder eine nachhaltige Gesetzgebung mit Recht, das nicht kurzfristig, sondern langfristig ge- und vor allem durchdacht ist, um Stabilität und Vertrauen zu stärken. 

6. Welchen Rat würden Sie Schülern für die Berufswahl geben?

Schauen Sie sich um und versuchen Sie herauszufinden, was IHNEN Spaß macht. Probieren Sie viel aus und haben Sie keine Angst davor, auch einmal zu scheitern oder vom typischen Berufsweg abzuweichen – am Ende geht es um Ihre Zukunft. Denn nur in einem Beruf, an dem man auch Spaß und Freude hat, wird man ein Leben lang bleiben wollen.