Prof. Dr. Michael Germann

Öffentliches Recht, Staatskirchenrecht und Kirchenrecht


1. Warum wollen Sie mit Schülern reden?

Sie gehören dazu. Das Recht geht uns alle gemeinsam an. Es hilft, friedlich miteinander auszukommen und sich so frei wie möglich selbst zu bestimmen. Wir sollten darüber reden!

2. Warum sind Sie Wissenschaftler geworden?

Das war ein Weg mit vielen Weggabeln. Mein Studium hat mir Spaß gemacht. Ich habe gemerkt, daß Jura das richtige für mich ist. Man lernt, das Recht mit Verstand anzuwenden, aber auch, über das Recht nachzudenken. Das ist nötig, um seinen Sinn erkennen – und um es einer sinnvollen Kritik zu unterziehen. Das Nachdenken über das Recht hat mich dann Schritt für Schritt so begeistert, daß ich bei der Rechtswissenschaft an der Universität geblieben bin.

3. Wofür brauchen wir Wissenschaft?

„Wir“ – also wir als Einzelne und als Gesellschaft und als Menschheit – sind darauf angewiesen, uns und die Welt um uns zu verstehen. Ohne Wissenschaft können wir uns alles nur einbilden, also uns selbst täuschen und vor allem: uns von anderen täuschen lassen. Wissenschaft ist so vielfältig wie unser Leben, deshalb besteht sie aus vielen verschiedenen Wissenschaften. Wissenschaft ist arbeitsteilig. Auch wer kein Bäcker ist, ißt Brot. Wissenschaft schafft Wissen auch für alle, die (diese) Wissenschaft nicht selbst betreiben.

4. Wofür interessieren Sie sich außer für Wissenschaft?

Tour de France, Essen und Trinken, Politik, Oper und manches mehr.

5. Wenn Sie Bundeskanzler wären, was würden Sie tun?

Vor allem würde ich mich darüber wundern, daß ich gewählt worden bin! Dann würde ich mich bemühen, diesem schwierigen Amt gerecht zu werden. Ein Bundeskanzler kann es nicht allen recht machen. Er ist auf viele politische Mitstreiter angewiesen, meistens auch auf gute Kompromisse. Inhaltlich würde ich nicht versprechen, daß sich alle Probleme mit dem einen großen Schlag lösen lassen. Und ich würde keinem trauen, der das behauptet. Für die vielen großen und kleinen Probleme würde ich entsprechend große und kleine Lösungen suchen. Wenn ich danach nicht wiedergewählt würde, würde ich mich nicht wundern.

6. Welchen Rat würden Sie Schülern für die Berufswahl geben?

Finden Sie heraus, was Sie gut können und gerne auch für andere tun. Damit fangen Sie an. Wenn Sie merken, daß Sie etwas anderes besser können und lieber tun, gehen Sie in diese Richtung weiter. Wenn es nichts gibt, was Ihnen gefällt und ein Auskommen verspricht, finden Sie heraus, was andere nötig haben. Das ist eine sichere Methode für eine riesige Auswahl.